Reggio-KiTa in St. Judas Thaddäus
Entwurf zur Umnutzung eines leerstehenden Kirchengebäudes in Oberhausen zu einer Kindertagesstätte

Die vor zwei Jahren profanierte Kirche St. Judas Thaddäus in Oberhausen-Borbeck soll in Zukunft als Kindertagesstätte für die Gemeinde genutzt werden. Der in den 60er Jahren entstandene Sakralbau steht unter Denkmalschutz und wird Innen sowie Aussen vom vollflächigen Einsatz des rötlich-fliedernen Backsteins dominiert.
Der hallenartige Innenraum wird durch den neu eingesetzten Raumkörper entlang der Längsachse geteilt. Im vorderen Freibereich entsteht die Piazza als Begegnungsort für Kinder und Besucher. Durch Einbauten und Mobiliar bilden sich verschiedene Zonen zum Spielen, Bewegen und kreativ Sein aus. Der ehemalige Kirchenraum bleibt durch die Teilung und Beibehaltung der ursprünglichen Materialität für Kinder und Besucher erlebbar.
Der neue Einbau gliedert sich in einzelne Kuben mit unterschiedlichen Raumhöhen. Über zwei zentrale, einläufige Treppen mit mehreren Zwischenpodesten sind die Räume der höheren Ebenen erreichbar. Netze bilden eine sichere und gleichzeitig blickdurchlässige Absturzsicherung aus.
Das Reggio-konzept begreift die Kinder als freie und eigenständige Wesen. Die älteren Kinder können sich in den Kuben frei bewegen und sich eigenständig beschäftigen. Durch das vielfältige Raumangebot verhält sich der Raum gewissermaßen als dritter Pädagoge.
Das Farbkonzept leitet sich aus den changierenden Farbigkeiten des Backsteines ab. Rote Bereichen wirken anregend, während blaue Zonen die Kinder beruhigen. Es werden vorwiegend natürliche Materialien genutzt. Dazu gehören das lasierte Lärchenholz in Konstruktion und Ausbau, sowie Linoleumböden, Lehmputz und Holzwolleplatten. Neben einer Grundbeleuchtung erzeugen abgehängte Kugelleuchten ein Spiel mit Höhen und Proportionen. Längliche Leuchten mit Tageslichtcharakter erhellen den ehem. Kirchenraum und betonen die Vertikalität der Stützen.
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